Weltwoche: Wurzelechte Zyprioten

Auch im Weinbau macht die Geschichte die Moden, und manchmal wird in kurzer Zeit zum Exoten, was noch wenig zuvor im Trend lag. Zypern ist so ein Fall. An den mittelalterlichen Höfen hochgeschätzt, erlebte der Weinbau dort unter der osmanischen Herrschaft (1571–1878) einen brutalen Niedergang, dann unter britischer Verwaltung (1878–1960) einen relativen Aufschwung als Lieferant von wohlfeilen Ersatzsherrys oder Süssweinen. In jüngerer Zeit ist die Trendwende hin zu einer Qualitätsproduktion in Zypern unübersehbar. Für die meisten Mitteleuropäer sind zypriotische Weine zwar noch …

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Tagesanzeiger: Vlassides Shiraz 2014

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Zypern – Trend und Tradition

Umbrüche und eine stets neue Dynamik sind sich die Zyprioten gewohnt. Nach der Wirtschaftskrise balanciert DAS INSELVOLK zwischen Geschichte und Zukunft, Mainstream und Individualismus. Ein Bericht aus der Schweizer Illustrierten über Zypern

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Sophocles Vlassides: Auszeichnungen am Concours Mondial de Bruxelles 2017

Am Concours Mondial de Bruxelles 2017 wurden zwei Weine der Top-Kellerei von Sophocles Vlassides ausgezeichnet:
Gold: Private Selection 2011
Silber: Cabernet Sauvignon 2014

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Der Private Selection 2011 ist bei www.paphosweine.ch erhältlich; der Cabernet 2014 erst ab Ende Mai.

Herzliche Gratulation, Sophocles!

Tsiakkas Winery Xynisteri 2016 75 CL – Top Spargelwein @ Blindverkostung

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Tsiakkas Winery Xynisteri 2016 75 CL: Frischer Weisswein. Aromen von Limetten, weisser Grapefruit, Reineclaude – Er überraschte uns alle, ob zum Spargel oder solo. Klar der Genuss/Preisgewinner bei der Blindverkostung zum Thema Spargelwein auf dem Weinblog www.weinheiten.ch

 

  1. Platz ohne Spargel
  2. Platz mit Spargel

Traubensorte Xynisteri – eine vielversprechende Entdeckung

Rudolf Trefzer (Handelszeitung): “Mit ihrer finessenreichen, von Zitrus- und Kräuternoten, aber mitunter auch von exotischen Früchten und floralen Anklängen geprägten Aromatik sowie ihrer frischen, lebendigen und harmonisch ausbalancierten Säure gehören die Xynisteri-Weine der zypriotischen Top-Winzer (Zambartas, Tsiakkas, Kyperounda, Vlassides, Ezousa, Makkas) zu den vielversprechendsten Entdeckungen der letzten Jahre“.

Die in Zypern am häufigsten angebaute (nur 2200 ha) weisse Rebsorte heisst Xynisteri. Diese autochthone Sorte ist wurzelecht und wird hauptsächlich reinsortig ausgebaut oder als Verschnitt mit anderen Traubensorten (Sémillon, Chardonnay, Sauvignon Blanc) verwendet. Am bekanntesten dürfte wohl sein, dass sie zusammen mit der roten Rebsorte Mavro den wohl ältesten Süsswein des in Zentraleuropa noch zu wenig bekannten, uralten Weinlandes Zypern bildet: den Commandaria.

Es sind spritzige, angenehme Weine mit einer dichten Aromatik und Textur, wie man sie eigentlich auf einer so warmen Insel nicht erwartet. Voraussetzung dafür ist, dass die Rebberge in Höhen von 600-1500 m ü.M. liegen. – Erste Versuche werden bereits mit dem dosierten Ausbau in gebrauchten Barriques oder grossen Fässern (Beispiel: single vineyard Xynisteri von Zambartas; Petritis von Kyperounda) gestartet. Das verstärkt die Zitrusnoten und die Tanninpräsenz.

So entstehen wunderbare Weissweine, die das Weinland Zypern perfekt repräsentieren. Sie zeigen eine neue Perspektive der zypriotischen Önologie für die Erzeugung von weissen Qualitätsweinen mit lokalem Charakter auf. Es finden sich auch Vertreter aus der Sorte Xynisteri, denen ein gutes Lagerpotential zugeschrieben werden kann. – Die Bewirtschaftung der meist kargen Kalk- und Lavaböden reicht in Zypern an die Bedingungen des ökologischen Weinbaus heran. Die Winzer kommen meist ohne Düngung und Pflanzenschutzmittel aus.

Dem Generalimporteur Bernhard Furler ist es zu verdanken, dass solche qualitativ hochstehende Weine von absoluten Spitzenwinzern aus Zypern, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen, überhaupt in die Schweiz kommen. Ich denke, es ist an der Zeit, dass der Schweizer Markt diese mehr als fairen Preise akzeptiert.

Andi Spichtig, im Februar 2017

Gereifte Weine und hohe Trinkkultur

Leider werden täglich unabsichtlich viele Morde begangen, und zwar an Weinen, die viel zu jung getrunken werden. Voreilig entkorkt werden nicht nur rote, sondern auch weisse Gewächse. Das gilt bedauerlicherweise auch für die zypriotischen Weine. Wer diese jetzt einfach so wegtrinkt, ist als Täter freilich sein eigenes Opfer. Er beraubt sich so des Genusses, den ihm diese Weine, ausgereift, bieten würden. Bei älteren Weinen hat sich alles Laute und Raue ins Feine und Geschmeidige gerundet, der Duft ist nuancierter, der Geschmack reicher. Das ist die Wandlung vom ungeschliffenen Edelstein zum brillanten Solitär.

Selbstverständlich gibt es auch Situationen, in denen man einen Wein jung trinken kann. Nach einer Bergtour, einem Tennismatch oder wenn die Sommersonne die Terrasse wärmt, wirkt die Frische und die schöne Primärfrucht eines edlen Tropfens belebend. Ja, man goutiert dann mitunter sogar die harsche Säure, die kernigen Tannine oder den aggressiven Alkohol eines noch jungen Weines. Und natürlich ist es spannend, den Werdegang eines solchen Gewächses zu verfolgen.

Zwar gleicht es immer wieder einem Abenteuer, ältere Weine zu trinken. Die bange Frage vor dem ersten Schluck lautet, ob denn dieser noch schmecken wird und vor allem: wie? Bei Raritäten spürt man dann die berühmten Schmetterlinge im Bauch. Aber auch sozusagen normale Kreszenzen aus älterer Zeit  lösen einen Kitzel aus.

Versuchen Sie doch einmal einen komplexen, gereiften zypriotischen Wein zu einem richtig guten Essen oder bei einem besonderen Anlass. Ein solcher Tropfen ist ein seltenes Vergnügen und ein Erlebnis für anspruchsvolle Weinmomente.

Leider ist es heute nicht mehr Mode, Weine zu lagern und erst Jahre später zu geniessen. Legen Sie trotz allem einmal einige Flaschen in den Keller und vergessen diese für ein paar Jahre oder probieren Sie einen älteren Wein, den die Weinhandlung Paphos-Weine GmbH noch im Sortiment hat (oder fragen Sie ungeniert nach, was an gereiften Weinen noch im Keller schlummert.). Sie werden überrascht sein, wie viel Spass diese “alten Säfte” noch machen. Lesen Sie dazu auf der Website auch unseren Bericht, spezifisch über gereifte zypriotische Gewächse.

Andi Spichtig, 12. Februar 2017

P.S. Die Weine aus der roten Rarität Maratheftiko können gut 8-12 Jahre reifen; der Private Selection 2011 von Vlassides gut 15 Jahre. Auch die besten Weissweine entwickeln ein spannendes Aromenspektrum nach 4-6 Jahren.

 

 

 

Commandaria – der älteste süsse Markenwein der Welt

Commandaria ist nicht nur eine aus 14 Dörfern bestehende, rund 30 km nördlich von Limassol in den südlichen Ausläufern des Troodos-Gebirges entfernt gelegene Weinbauregion der Mittelmeerinsel Zypern, sondern auch der Markenname des ältesten, bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. erwähnten Süssweines der Welt. “A legendary wine”, so schreibt das renommierte Wirtschaftsmagazin Forbes im Januar 2017. – Ausschliesslich in der Gegend mit der ersten garantierten Ursprungsbezeichnung OEOP (AOC) darf dieser Markenwein  Commandaria produziert und so genannt werden. Er wird von lokalen Winzern aus den 14 Dörfern und von einigen grossen Kellereigenossenschaften hergestellt.

Ausschliesslich zwei autochthone, wurzelechte und als Buschreben gepflegte Traubensorten sind zugelassen: einerseits die weisse Xynisteri und andererseits die rote Mavro. Verboten ist zudem das Wässern der Reben und vorgeschrieben ist eine strenge Ertragsbeschränkung von 17 Hektoliter Wein pro Hektare. Die Reben befinden sich auf einem steinigen und kargen Untergrund auf einer Höhe von 600 bis 900 m ü.M.

Schon vor der Ernte trocknen die Trauben am Rebstock zwischen 45-60 Tage lang an der Sonne. Bei der Lese müssen sie sehr hohe Zuckergrade, mind. 230 g pro Liter, enthalten und werden dann zusätzlich noch auf Strohmatten bis zu zwei Wochen getrocknet. So steigt der Zuckergehalt auf über 400 g. Die Trauben werden getrennt gepresst und vergoren in Edelstahl-Gärtanks. Nach der etwa vier Monate dauernden Gärzeit werden die Jungweine verschnitten, mit Weingeist auf 15-20 Volumenprozent aufgespritet und in grossen Eichenfässern ausgebaut. Ganz selten wird noch das spanische Solera-Prinzip angewendet. – Commandaria-Weine weisen per Gesetz einen Alkoholgehalt von nicht mehr als 15% auf.

Gelagert werden die Weine mindestens zwei Jahre lang in Barriques. Es gibt Commandarias, die über 40 Jahre in diesen Fässern schlummern, sich dabei durch Verdunstung immer stärker konzentrieren und dementsprechend rar sind. Neuerdings lassen einige innovative Kellereien wie Tsiakkas, Kyperounda und Zambartas die Aufspritung weg, was zu wunderbaren Süssweinen mit etwa 13 Volumenprozenten führt.

Der Commandaria ist ein eigenwilliger, eigenständiger, einzigartiger, komplexer und grosser Süssweein, der nicht einfach mit anderen Produkten verglichen werden kann. Er kann offen und gekühlt problemlos lange aufbewahrt werden und verdient mit seinen wunderbaren, vielfältigen Aromen unbedingt unsere Beachtung.

Andi Spichtig, 23. Jan. 2017

  • Der exklusive Commandaria Centurion 2000 AOC (Produktion: 7000 Fl.) erhielt von René Gabriel und von vinifera-mundi: je 19/20 P. (97/100 P.).
  • Der Tsiakkas: Koumandaria 2008 AOC erhielt von Robert Parker, wine advocate, 94/100 P.
  • Der Commandaria St. Nicholas 2011 AOC erhielt von vinifera-mundi 18.5/20 P.
  • Der seltene Commandaria Centurion 1991 AOC erhielt von Vinum 18/20 P.

 

Traubensorte Maratheftiko – DIE zypriotische autochthone Rarität!

Eine der  seltensten und hochwertigsten roten Traubensorten der Welt heisst Maratheftiko und ist ausschliesslich in Zypern, dem Mutterland des Weinbaus im Mittelmeerraum, heimisch. Sie wird dort auf nur rund 180 ha angebaut. Die Rebe gilt als schwierig und eigenwillig und besitzt als Besonderheit nur weibliche Blüten, weshalb sie zwecks Befruchtung mit anderen Rebsorten – vorzugsweise mit der autochthonen weissen Rebsorte Spourtiko – gemischt wächst. Ein weiteres Phänomen besteht darin, dass nach der Blüte viele Triebe abfallen und erst später wieder nachwachsen. Das hat zur Folge, dass die Trauben an den Rebstöcken unterschiedlich reif werden und die Beeren bis zur Ernte ein Reifestadium von noch grün bis reif aufweisen können. Der Winzer hat nun die Qual der Wahl, zu welchem Zeitpunkt er die Weinlese durchführen will. Demzufolge ist im Rebberg ausschliesslich Handarbeit angesagt. Diese Weine können problemlos einer klassischen Beerenauslese gleichgesetzt werden. Weiter ist auf dem Lesetisch eine aufwendige Selektion nötig. Als Beispiel: Beim Spitzenwinzer Marcos Zambartas sind für 5000 kg Maratheftiko-Traubengut auf dem Lesetisch 200 Mannstunden für die Auswahl der einzelnen Traubenbeeren nötig.

Aus dieser raren Traubensorte entstehen vor allem in den Höhenlagen des Troodos-Gebirges aussergewöhnliche und vielschichtige Weine, welche von den Spezialisten gerne auch in der Struktur mit Cabernet Sauvignon aus dem Bordeaux und im Geschmack mit dem Syrah der nördlichen Rhône verglichen werden.

Die jungen und innovativen Winzer in Zypern haben gelernt, dass sie hier eine wurzelechte Traubensorte mit grosser Zukunft pflegen und hegen und damit auch einen Beitrag zur Erhaltung des wertvollen Rebsorten-Erbes  in Europa leisten. – Diese aktuelle Generation von Weinerzeugern – als Beispiele seien genannt: Zambartas Winery, Tsiakkas Winery, Makkas Winery, Ezousa Winery, Vouni Panayia Winery, Etko Winery – versteht ihr Handwerk und leistet grossartige Arbeit. Die Winzer arbeiten mit hochmoderner Ausrüstung, grossem önologischen Fachwissen und noch grösserer Leidenschaft. Die so erzeugten Weine sind deshalb auf einem sehr hohen Niveau.

Die Zyprioten trinken ihre Weine eher jung. Maratheftiko-Weine haben aber das Potenzial für mindestens 5-8 Jahre Reifezeit. Es lohnt sich, einige Flaschen einzulagern und die verschiedenen Reifestadien nach und nach zu entdecken.

Pionierarbeit in der Schweiz für diese hervorragenden und raren zypriotischen Weine der Extraklasse leistet der umtriebige Generalimporteur Bernhard Furler mit seiner Paphos-Weine GmbH (www.paphosweine.ch)

Andi Spichtig, 15. Januar 2017

 

Degustationspaket: Maratheftiko zum Vorzugspreis:

Gereifte Zypriotische Weine

Gereifte zypriotische Weine

Schöner Beitrag von Andi Spichtig über gut gereifte Weine aus Zypern. Es zeigt sich, dass die Weine gut reifen und vor allem die Rotweine erst nach ein paar Jahren zu vollem Genuss führen.

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