Zypern und das UNESCO-Welterbe

Die UNESCO-Welterbestätte in der Stadt Paphos auf Zypern zeugt von der grossen Bedeutung der Stadt als Handelsplatz im Mittelmeer. 2021 hat die nationale UNESCO Kommission Zyperns eine weitere Region vorgemerkt: die Commandaria-Region mit den legendären, uralten Weinverarbeitungspraktiken.

Aber was bedeutet eigentlich «Welterbe» und welche Stätten gibt es in Europa?

Was ist Welterbe?

Mit anderen Welterbe-Stätten, wie der Akropolis in Athen, den Pyramiden in Ägypten und der Serengeti in Tansania, um nur drei grosse Namen zu erwähnen, hat die Welterbe-Stätte in Paphos eines gemeinsam: Es sind einzigartige Kultur- und Naturgüter, die unter dem Schutz der UNESCO stehen. Aufgeführt sind sie auf der Welterbeliste.

Welterbe ist eine Bezeichnung für:

  • Denkmäler, Ensembles und Stätten (Weltkulturerbe), sowie
  • Naturgebilde, geologische und geografische Erscheinungsformen und Naturstätten (Weltnaturerbe)

von ausserordentlichem Wert.

Erfassung, Schutz und Erhaltung werden durch die Vertragsstaaten nach der Welterbe-Konvention von der UNESCO unterstützt.

Der Begriff des «kulturellen Erbes» wurde in der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten vom 14. Mai 1954 kodifiziert: „Jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volke es gehört, bedeutet eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet.“

Kurze Geschichte des UNESCO Welterbes

Den Anstoss zur Schaffung der Welterbe-Konvention gab der Aufruf der UNESCO vom 8. März 1960, die durch den Bau des Assuan-Staudamm vom Nil bedrohten Denkmale in Nubien für die Nachwelt zu retten. Die Tempel von Abu Simbel und Philae wurden abgetragen und 180 m landeinwärts an einer 64 m höher gelegenen Stelle wieder aufgebaut. Diese Kampagne kostete ca. 80 Millionen US-Dollar.

Nach den Durchführungsrichtlinien zur Welterbe-Konvention] zählen das Kultur- und das Naturerbe zu den unschätzbaren und unersetzlichen Gütern der ganzen Menschheit.

Teile dieses Erbes können wegen ihrer Eigenschaften als von aussergewöhnlichem universellem Wert und daher als des besonderen Schutzes gegen die ihnen immer stärker drohenden Gefahren würdig betrachtet werden.

Welterbe in Europa

Damit eine Stätte auf die Welterbelisten der UNESCO kommt, müssen sich Staaten selbst darum bemühen. Fast die Hälfte aller Stätten befinden sich in Europa.

Welterbe in der Schweiz

In der Schweiz gehören u.a. das Kloster St. Gallen, die Altstadt von Bern, die Alpenregion Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn und die Weinterrassen des Lavaux zum UNESCO Welterbe.

Welterbe-Wein in Europa

In Italien sei besonders die Weinregion Langhe-Monferrato im Piemont hervorgehoben. In Frankreich stehen die «climats» (die Weinlagen) des Burgunds unter dem Schutz der UNESCO.

Welterbe in Zypern

Seit 1980 sind in Zypern die Ruinen von Paphos in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen worden: Im 4. Jh. v. Chr. wurde auf dem Gebiet des heutigen Paphos das antike Paphos gegründet. Ein umfassendes archäologisches Gelände mit Bauten und mit aufwendigen Mosaiken zeugen von der Bedeutung der Stadt als Handelsplatz bis weit in die Römerzeit hinein. Aber auch das frühe Christentum und die byzantinische Kultur haben grossartige Monumente hinterlassen.

Zwei Bücher möchten wir hier empfehlen; sie informieren fundiert über die betreffende Geschichte:

Patrick Schollmeyer: Das antike Zypern.

Zypern – Insel der Aphrodite. Begleitbuch zur Ausstellung im Römermuseum Hildesheim 2010

Mosaik in Paphos, Haus des Dionysos: Die ersten Weintrinker

Unbedingt lohnt ein Besuch der elf sogenannten Scheunendachkirchen im Troodos, die 1985 unter den UNESCO-Schutz gestellt wurden.

Im speziellen zypriotischen Baustil entstanden im Troodos-Gebirge die Scheunendachkirchen. Ihre Bezeichnung haben sie nach ihren meist tief heruntergezogenen Schindeldächern, die sie gegen die in dieser Region häufigen Niederschläge (Regen und Schnee) schützen. Das einfache Äussere aus groben, unverputzten Steinen, das tiefe Dach und das Fehlen eines Glockenturms lassen die Gebäude äusserlich wie Scheunen aussehen.

Zu diesem schlichten äusseren Erscheinungsbild bilden die prächtigen byzantinischen und post-byzantinischen Wandmalereien aus dem 11.–14. Jahrhundert im Inneren einen starken Kontrast.

Schon nur die Fahrt zu den oft versteckt liegenden Kirchen abseits der grossen Touristenrouten ist eine unvergessliche Entdeckungsreise. Wer in der Troodosregion die Weinkellereien besucht, wird auch auf die eindrücklichen Kirchen stossen: So befindet sich die Church oft he Holy Cross in Pelendri in der Nähe der Tsiakkas Winery.

Unsere «Lieblingskirche» ist Panagia tis Asinou, drei Kilometer vom Bergdorf Nikitari entfernt.

Wichtig ist auch die archäologische Stätte von Chirokitia (Bezirk Larnaka, 1998 in die UNESCO-Liste aufgenommen): Die neolithische Siedlung war vom 7.–4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt und zählt zu den bedeutendsten vorgeschichtlichen Siedlungen im östlichen Mittelmeerraum.

Gehört die Commandaria-Region bald zum Welterbe?

Neu auf der regionalen UNESCO-Liste ist die einzigartige, uralte Weinregion Commandaria mit den 14 Dörfern, welche die z.T. wilden Rebberge in mühsamer Handarbeit pflegen.

Der Antrag «Aufnahme in die globale UNESCO-Liste» ist nun gestellt. Wir sind auf das Resultat gespannt.

Zypern hätte dann zwei Weinregionen, die unter besonderem Schutz stünden:

  • Die Region Vouni Panayia in Paphos (dort liegen die Rebberge der Vouni Panayia Winery und die der Ezousa Winery). Sie ist geschützt von Europa Natura 2000.
  • Die Commandaria-Region nördlich von Limassol.

Mit einer Aufnahme zum UNESCO-Welterbe erhielte eine der ältesten Weinregionen der Welt eine grössere Aufmerksamkeit.

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