Commandaria  – der älteste Markenwein der Welt

Der zypriotische Süsswein Commandaria ist wahrscheinlich der Wein mit der längsten ununterbrochenen Produktionsgeschichte der Welt.

«Es gibt nur wenige Weine, die ich als legendär bezeichnen würde. Der süße Commandaria aus Zypern ist einer.», schrieb ein Journalist im Forbes Magazin 2017.

– Das Guinness Buch der Rekorde bezeichnet Commandaria sogar als «ältesten, namentlich bekannten Wein der Welt». – In der Kulturgeschichte des Weines nimmt er einen einzigartigen Platz ein.

Die Geschichte des Commandarias – «a legendary wine»

Im 8. Jahrhundert v. Chr. berichtete der griechische Dichter Hesiod in seiner Schrift `Werke und Tage` über die Herstellung des zypriotischen Süssweins, der damals Nama genannt wurde. Auch andere antike Autoren wie Plinius, Strabo, Seneca schrieben über ihn. Der griechische Dichter Euripides schrieb, dass grosse Pilgerscharen Zypern besuchten, um den Wein zu probieren.

Commandaria – seit Jahrhunderten berühmt

Dieser Dessertwein aus autochthonen zypriotischen Rebsorten ist eine Legende für sich! Selbst in der Bibel wird dieser Wein erwähnt. Den Namen, der sich bis heute als Markenname gehalten hat, erhielt er von den Johannitern des Kreuzritterordens (1192-1489 zur Zeit der Herrschaft der Lusignans), die in der Nähe vom heutigen Limassol residierten und ihren Hauptsitz als „Kommandantur“ bezeichneten. Die Region wurde bekannt als „Grande Commandarie“.

Die Malteserritter exportierten den Commandaria an die europäischen Fürstenhöfe (z.B. wurden grosse Mengen an die Habsburger Residenz in Wien geliefert).

In Venedig konnte der Commandaria sogar frei von Steuern eingeführt werden, da er als „Tonikum“ kategorisiert wurde.

Der Madeira stammt von zypriotischen Sorten

 Commandaria war so berühmt, dass portugiesische Händler Schösslinge von zypriotischen Rebsorten auf Madeira brachten (der Madeira stammt also von originalen zypriotischen Rebsorten).

1213 schrieb der Dichter Henri d`Angeli in seinem Werk „The battle of the wines“: „Während des riesigen Weinwettbewerbs mit Weinen aus der ganzen Welt – organisiert von Philippe August, dem König von Frankreich –  wurde der Süsswein von Zypern zum Apostel der Weine gekrönt.”

Sogar der Muslim Selim II. (1566-1574), der Zypern eroberte, war begeistert vom Commandaria…

Basel und der Commandaria

 Im 13. Jh. wurde der Commandaria nach Basel importiert (als Begleiter zu Leckerlys oder Läckerli auch heute ein Gedicht). Und im 21. Jahrhundert hat Paphos-Weine diesen exzellenten Wein wieder in die Schweiz eingeführt.

Wie wird der zypriotische Süsswein hergestellt?

 14 Dörfer 30 km nördlich von Limassol dürfen die Trauben (ausschliesslich die autochthonen Sorten Xynisteri und Mavro) anbauen. Eine strenge Ertragsbeschränkung legt fest, dass pro ha nur 17 Hektoliter Wein produziert werden dürfen. Nach der Ernte werden die Trauben an die Sonne gelegt, bis sie fast „rosiniert“ sind.

Zum Trocknen ausgelegte Mavro-Trauben

 

Bei der Lese müssen die Trauben einen Zuckergehalt von 230 g/l enthalten. Durch die anschliessende Trocknung der Trauben auf Folien oder Strohmatten während rund 10 Tagen steigt der Zuckergehalt auf über 400 g. Die Trauben werden getrennt gepresst und in Stahltanks vergoren. Mit Weingeist werden die Jungweine auf die gesetzlichen 15 % Alkohol aufgespritet. Danach folgt eine mind. zweijährige Reifung in Barriques oder grossen Fässern.

1990 haben die Commandaria-Weine den AOC-Status erhalten.

Verschiedene Wineries keltern heute Commandarias. Die besten Produzenten in Zypern wie z. B. Etko/Olympus, Tsiakkas, Kyperounda setzen auf Jahrgangsabfüllungen, wobei die Süssweine der beiden letztgenannten Kellereien nicht aufgespritet, sondern natürlich süss sind.

Das Rebgebiet der Commandaria-Region ist eine einzigartige Reblandschaft

Die Commandaria-Region – bald Weltkulturerbe?

 Die nationale UNESCO-Kommission Zyperns hat die Commandaria-Region und die Weinbereitungspraktiken der Commandaria-Dörfer für die nationale Liste des Kulturerbes vorgemerkt. Der Antrag für die globale Liste ist nun gestellt.

„Die süssen Commandaria-Weine haben eine ruhmreiche Vergangenheit – und nach einem Qualitätstief eine grosse Zukunft vor sich.“ (R. Trefzer, Handelszeitung 11/2014)

Die häufigsten Fragen zu Commandaria

 

Wie lange kann Commandaria aufbewahrt werden?

Dieser Dessertwein kann sehr lange aufbewahrt werden. Auch geöffnet und gekühlt gelagert, kann er problemlos über mehrere Wochen oder sogar Monate aufbewahrt werden.

Bei welcher Temperatur schmeckt Commandaria am besten?

Wir empfehlen eine Genusstemperatur von 10-12 Grad.

Zu welchen Speisen trinkt man Commandaria

Der Commandaria kann vielseitig eingesetzt werden. In Zypern geniesst man ein Gläschen auch zum Apéro oder als `Absacker` nach dem Essen.

Der Süsswein mit seinem perfekten, frisch wirkenden Stil zwischen Süsse und Säure passt bestens zu Blauschimmelkäse; zu gereiftem Sbrinz mit Blauschimmel; zu Desserts (Mousse, Kuchen, Gebäck, Zartbitterschokolade). Er ist aber auch ein wunderbarer Meditationswein.

Für die Zubereitung welcher Speisen eignet sich Commandaria?

In der Schweiz hat die Confiserie Teuscher (Zürich) Commandaria-Truffes kreiert.

Man kann mit Commandaria Saucen verfeinern und aromatisch aufwerten. – Marinaden für Pouletfleisch (Grill) erhalten mit Commandaria eine ganz spezielle Note.

Er ist auch ein geeigneter Begleiter zu edlen Zigarren.

Was für eine Aromenpalette zeichnet Commandaria aus?

Zu dieser Frage zitieren wir den Weinjournalisten Rudolf Trefzer (Handelszeitung Nov. 2014): „Je nach Mischverhältnis der Grundweine und dem Ausbau präsentieren sich die Commandaria-Weine bernsteinfarben bis rötlichbraun. Das vielschichtige, von einer säuregestützten Süsse begleitete Duft- und Geschmacksspektrum kann neben ausprägten Aromen verschiedenster Trockenfrüchte (Feigen, Rosinen, Orangeat), von Nüssen, Honig und Gewürzen auch Noten von Lakritze, Kaffee und dunkler Schokolade umfassen. Dazu kommt, dass gute Commandaria-Weine mit zunehmendem Alter noch zulegen können und praktisch unbegrenzt haltbar sind.»

«Ein überaus gelungener Wein.!» Philipp Schwander, Master of Wine

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